Oranienburger Bürgerinitiative B96 - Umweltverträglicher Verkehr e.V.
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Der Moloch "B96neu" setzt sich in Bewegung (Leserbrief vom Juni 2000)

Der feierliche erste Spatenstich für die sogenannte "Ortsumgehung B96neu Oranienburg" wurde am 19. April ausgeführt, ministeriell. Grund zum Feiern? Grund zur Resignation? Nach meiner Meinung beides nicht! Das Verwirrspiel geht weiter, sieht man sich z. B. das Zahlenspiel zu den Baukosten an. Aus 70 Millionen wurden 160 Millionen, jetzt war zu lesen: "Rund 87 Millionen Mark wird der Bau der vierspurigen und 11,6 km langen Ortsumgehung kosten". Vorerst wird bis zur B 273 gebaut und dann?

Unsere Hinweise, Forderungen und Befürchtungen bestätigen sich in allen Fällen. Eine etwas bescheidenere Lösung in Form einer schrittweise ausgebauten normalen Bundesstraße, nicht als Autobahn, mit für alle in der Region Betroffenen nutzbaren Anbindepunkten, hätte den "Gewerbestandort alter Flughafen" schon viel früher an das Autobahnnetz anbinden können und an Eisenbahn und Wasserstraßen. Aus einer mit der Planfeststellung in Aussicht gestellten Tiefenlage ist eine Dammlage für den Bereich Eden geworden. Maßnahmen zur Verringerung der Belastungen für Anwohner haben einen viel zu geringen Stellenwert erhalten.

Die hier gesammelten Erfahrungen lehren uns: Alle Proteste und Einwendungen können bestenfalls dazu führen, dass ein Minimalschutz entsprechend der Gesetzeslage gegeben werden kann. Von selbst, also ohne massive Forderungen, gibt es auch den nicht. Der Umgang mit den Einwendungen der Bürger zeigt das: Je größer das Verwirrspiel, um so eher kann man vollendete Tatsachen schaffen. Die Bürger gegeneinander ausspielen ist angesagt: Divide et impera!

Zu entsprechenden Anfragen von Bürgern auf der Stadtverordnetenversammlung am 05.06.2000 praktizierte der Bürgermeister genau diese Politik des Teilens. Es geht in der Tat nicht nur um EDEN, sondern um die ganze Stadt! Das wird allerdings nicht darin deutlich, indem immer mehr Bereiche immer mehr Verkehrsbelastungen ausgesetzt werden. Anstatt den Forderungen nach konkreten Lärmschutzmaßnahmen und verkehrsberuhigten Gestaltungen der Zubringerstraßen auszuweichen, sollte der Bürgermeister dafür sorgen, dass diese Dinge zielgerichtet geplant und umgesetzt werden, dass Lebensqualität erhalten bleibt. Lebensqualität für zur Zeit stark belastete Wohnbereiche wird nicht dadurch besser, weil diese wo anders schlechter wird!

Für alle betroffenen Bürger ist weiterhin Initiative erforderlich, um "verträgliche" Gestaltung der B96n und der Zubringerstraßen zu erreichen. Die finanziellen Mittel sind knapp. Deshalb: "Luxus" für den Straßenverkehr zurückstellen, aber von vornherein Verkehrsberuhigung und andere Lärm- und Emmissionsschutzmaßnahmen durchsetzen, die Bedingungen für die alternativen Verkehrsträger verbessern! Das müssen die Ziele der Bürgerinitiativen sein.

Gerhard Semper,
für die BI Oranienburg, B96n,
Umweltverträglicher Verkehr

Bahnfahrten
Nov '98 Orbg.-Gdf.
Jun '98 Gdf.-Schmh.
Nov '97 Gdf.-Schmh.
Sep '97 Orbg.-Gdf.
Mai '97 Orbg.-Kremmen
Demonstrationen
10. November 2000
19. April 2000
05. Mai 1997
24. Juni 1996
Briefe an Minister
23.10.2000
 
Presse
Leserbrief Juni 2000
 
 

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