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Minister für Stadtentwicklung
Wohnen und Verkehr Herr Minister Meyer Henning-von-Tresckow-Straße 2-8 14467 Potsdam
Oranienburg, 23.10.2000
Sehr geehrter Herr Minister, anlässlich des ersten Spatenstiches für die "B96 neu" in Oranienburg, sagten Sie, indem Sie sich auf eines unserer Transparente bezogen, "...wir würden gerne beide Bauabschnitte gleichzeitig bauen, aber es fehlt am Geld". Nun hat das Land Brandenburg, im Ergebnis der Bundesratssitzung zum Steuerpaket, eine mittlere Summe zusätzlich erhalten, um damit die Infrastrukturentwicklung zu fördern. Ihnen wie uns liegt die schnelle und wirksame Entlastung der Oranienburger Innenstadt vom Durchgangsverkehr am Herzen, deshalb fordern wir sie auf, die neue Situation dahingehend zu nutzen, dass beide Bauabschnitte der Ortsumgehung Oranienburg B 96 neu gleichzeitig realisiert werden, gleichzeitig mit dem ersten Bauabschnitt. In diesem Zusammenhang haben wir noch ein weiteres Problem: Nach mehr als 100jährigem Bestehen wird die Edener Schule geschlossen. Damit verschlechtert sich die Lebenssituation gerade der Jüngsten, der Schulanfänger besonders stark. Der Schulweg selbst wird zu einer großen Gefahr, weil die Kinder auf den Linienbus als Schulbus angewiesen sein werden. Hier wird mit dem Leben der Kinder gespielt. Denn um den Bus nach Germendorf zu erreichen, müssen die Kinder die B 273 überqueren. Schon für uns Erwachsene, die wir die Verkehrssituation auf Grund von Erfahrung und unserer Körpergröße abschätzen können, ist das zeitweilig ein großes Problem. Wie sollen das die Knirpse bewältigen? Da wird das Leben der Kinder aufs Spiel gesetzt um Lehrer einzusparen. Sobald die B 96 neu bis zum Anschluss B 273 (Germendorf) gebaut ist, wird die Verkehrsbelastung auf der Germendorfer Allee noch größer. Auch für die etwas größeren Kinder, die mit dem Fahrrad zur Schule fahren, sehen wir Probleme, z.B. an den Brücken Germendorfer Allee und Walther-Bothe-Straße, die beide nicht über angemessene Fuß- und gar keine Radwege verfügen. Und beide Brücken sind so, dass die Benutzer, die nicht im Auto sitzen, permanent durch den fließenden Kraftfahrverkehr gefährdet sind. Hier sind also unbedingt geeignete Lösungen erforderlich, die die Schulwege sicher machen. Zwischen dem Oranienburger Kanal und der Trasse B96 neu existiert zur Zeit eine einzige Querungshilfe: an einem NETTO-Markt. Diese liegt etwain der Mitte zwischen zwei Bushaltestellen. Aber die zwei Bushaltestellen haben weder eine Querungshilfe, noch eine Bedarfsampel. So etwas zu installieren würde auch dem Anliegen einer "Modellstadt umweltfreundlicher Verkehr" entsprechen. Eine umweltfreundliche Variante wäre auch den ÖPNV zwischen Oranienburg und Germendorf auf die (noch) vorhandene Schiene zu verlegen... Wir sind gerne bereit uns dabei miteinzubringen. Bitte helfen Sie uns, dass im Interesse der Kinder, aber auch aller anderen Oranienburger Bürger, diese Projekte schnell in Angriff genommen werden.
Mit besten Grüßen
Rainer Gödde
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